Spiegelseele

Über das Leben einer multiplen Persönlichkeit (kontakt.spiegelseele@gmail.com)
Freitag, 4. September 2015
Durchsetzungsvermögen
In einer Freistunde, wenige Minuten vor Beginn der nächsten Stunde beschließt meine kleine, zuckersüße B. (4 Jahre alt) dass sie Kekse braucht. Und zwar auf der Stelle!
Ich vertröste sie auf später und verspreche ihr, in der nächsten Pause eine (!) Packung zu kaufen.
Aber nur eine, weil ich mein Geld noch brauche.
Tja. So der Plan. Eigentlich.
Am Ende sitzt sie, freudestrahlend, mit zwei (???) Packungen Keksen auf einem Spielplatz.
Auf dem wir ziemlich komisch angeguckt werden.
Die Kinder dort sind allerdings auch alle etwas jünger als sie.
Ich bin sicher, daran liegt das.

Worauf ich hinauswill: Die verdoppelte Keksmenge ist nicht etwa der Tatsache meines - angeblich! - mangelndem Durchsetzungsvermögen geschuldet sondern einzig und allein B., die zu süß ist um ihr etwas auszuschlagen.
So.
Basta.
Und doch, das ist ein Unterschied.

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Normalität
Langsam kehrt Normalität ein. Schuljahres-Normalität.
Die Stundenpläne sind gemacht. Sie werden sich dennoch wieder ändern, das ein oder andere mal.
Die neuen Kurse sind fertig. Die Schule beginnt.

Jeder Lehrer, jede Lehrerin erzählt etwas von Zielgeraden, davon, jetzt die Weichen unseres späteren Lebens zu stellen, von Motivation und Fleiß.
Jeder Schüler und jede Schülerin nimmt sich vor, sich dieses Jahr GANZ BESONDERS viel Mühe zu geben.
Wie letztes Jahr.
Wie jedes Jahr.
Kaum einer wird es tun. Und auch kaum eine.

Dazwischen wir. Genau wie die anderen. Ganz genauso.

Ein Gespräch mit einer Lehrerin (der gleichen, die dafür gesorgt hat, dass wir alle Kurse gemeinsam haben), über eine Mitschülerin, die in regelmäßigen Abständen flashbacks bekommt.
Und deshalb nicht in einem Kurs sein sollte, in dem niemand damit umgehen kann oder auch nur davon weiß.
Die Lehrerin weiß nichts von flashbacks. Sie hat soetwas nie erlebt.
Und war zunächst strikt dagegen, dass Mädchen wechseln zu lassen.

Warum hört sie uns dennoch zu? Warum geht dir dennoch auf uns ein?

Wir brauchen mehr solche Lehrer und weniger Normalität!

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Sonntag, 23. August 2015
Ausstrahlung
Es ist immer wieder interessant, wie Menschen, die nichts von der multiplen Persönlichkeit der Truppe wissen, dennoch unterschiedlich auf verschiedene Personen reagieren...
Nicht auf alle, jedoch auf die, mit den eindrücklichsten Ausstrahlungen.

Nimmt man beispielsweise G. (ich nenn jetzt mal keine Namen von Leuten, die sich noch nicht vorgestellt haben/vorgestellt wurden).
Die meisten Menschen machen das, was er sagt.
Lassen uns beispielsweise alleine, wenn das notwendig ist.
Weichen seinem Blick aus, halten Abstand.
Mal ein Beispiel:
Eine Mitschülerin hatte eine kleine Auseinandersetzung mit einem Mitschüler. Sie fühlt sich schließlich so bedrängt, dass er das Gefühl hat, dazwischen gehen zu müssen.
Und sobald er sich vor sie stellt weicht dieses Mädchen, das sonst vor nichts und niemandem Respekt hat und (an dem Tag) gar nicht nah genug bei der Truppe sein konnte, so unauffällig wie möglich zwei Schritte vor ihm zurück.
Unsere Lehrerin bekommt nun mit, dass da irgendetwas vor sich geht und kommt auf uns zu.
"Leute, Leute, heute bitte keine Toten me...", beginnt sie.
Als G. sie ansieht unterbricht sie sich, dreht sich um und murmelt im Weggehen: "Ich geh dann mal wieder..."

An einem anderen Tag überflutete S. ihr Umfeld mit ihrer Ausstrahlung, als Folge dessen saßen am Ende sieben Leute super gelaunt um uns herum.

Wenn Kinder (mit jemandem zusammen) draußen sind (oder sich im Hintergrund halten) - also die Kindlichkeit der Ausstrahlung nicht direkt erkenntlich ist - versuchen dennoch die meisten es (worum auch immer es geht) ihnen einigermaßen Recht zu machen, bzw. eine Lösung zu finden, mit der sie einverstanden sind.
Oft setzen sie sich dann sogar neben sie, begeben sich sozusagen auf Augenhöhe, so wie man das instinktiv bei kleinen Kindern macht.

Ich weiß nicht, wie ich gerade jetzt darauf komme, es ist aber interessant mit anzusehen...

Diese verschiedenen Ausstrahlungen sind oft das, was es für viele Menschen schwierig macht, "normal" mit "Multiplen" umzugehen.
Es ist halt schwierig vorauszusagen, was einen erwartet.
Auch bei Menschen die nicht wissen, dass sie es mit einem (oder zum Teil auch mehreren) System(en) zu tun haben, ist das eine der größten Schwierigkeiten.
Meist werden sie als "Stimmungsschwankungen" gesehen und als anstrengend und verunsichernd empfunden.
Neben der Tatsache dass nunmal jeder und jede seine oder ihre eigene Meinung zu jeder Bekanntschaft hat und dementsprechend auch unterschiedlich mit diesen umgehend, sind diese verunsichernden "Stimmungsschwankungen" für die meisten das größte Problem im Umgang mit Systemem - gerade wenn sie nichts von der Multiplizität (kann man das sagen?) wissen und es sich nicht erklären können.

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Samstag, 22. August 2015
A wie Arschloch, I wie Idiot, V wie Vollpfosten!
Über ein halbes Jahr ist es jetzt her, das wir Sarayas Bruder gesagt haben, er solle uns endlich in ruhe lassen! Tja und was ist daraus geworden? Letzten Dienstag erhielten wir von ihm einen Brief, in dem stand er würde uns bzw nur eine von uns (obwohl er uns nicht ansatzweise auseinander halten kann) noch immer lieben. Wir bezweifeln dass er das je getan hat, aber gut...
Nun haben wir ihm freundlich aber doch mehr als nur ein bisschen klar zurück geschrieben, wir hätten kein Interesse an ihm und er solle uns los lassen... Nachdem drei Tage garkeine Reaktion darauf kam und er so wenig erreichbar war, dass wir schon Angst hatten zu weit gegangen zu sein, kommen wir wir heute Abend spät nach Hause und wer ist da um mit uns zu reden? Richtig! Der werte Herr Blödbommelarschwixxer!

Genervt
~mad psychologists

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Das Leben IST ein Ponyhof!
Wer hat eigentlich behauptet das Leben auf einem Ponyhof sei immer nur entspannt und schön?
Ganz im Gegenteil! Nachdem wir nun eine Woche lang alleine den Reitstall betreut haben (Pferde füttern, Pferde rein, Pferde raus, sauber machen etc) sind wir zu der Meinung gekommen, dass das Leben sehr wohl ein Ponyhof ist!
Einsteller, die sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters aufführen wie im Kindergarten, so dass selbst RTL mit ein paar versteckten Videokameras Millionen zahlen würde um dies ausstrahlen zu dürfen.
Ein Beispiel: Person A und Person B hatten eine wie-auch-immer-geartete beziehung. Diese endete dann vor über einem halben Jahr. Nun füttert Person A die neu zum Hof dazugehörige Katze. Als Person B dies mitbekommt, schmeißt sie das Futter, welches Person A in den Napf gefüllt hatte weg, nur um dann die selbe menge von dem selben Futter noch einmal hinein zu machen.
Oder Person X und Person Y sind ein Paar, die sich gemeinsam ein Pferd leisten. Wie alle anderen auch sind sie voll berufstätig, komischerweise aber die einzigen die nicht ein einziges Mal in all den Jahren bereit waren am Wochenende auch morgens um neun schon auf den Hof zu kommen um an gemeinsamen Aktionen (Weiden säubern, Laub harken mit gemeinsamen Frühstück, usw) teilzunehmen - mit der Begründung es seien ja die einzigen beiden Tage an denen sie sich auch einmal ausruhen könnten. An sich ja okay, wenn sie das ganze nicht so betonen würden, als ob sie mit psychisch kranken oder Kleinkindern sprechen würden. Dazu kommt das eben diese Personen es paradoxer weise schaffen grundsätzlich immer bis stallschluss oder auch gerne nach stallschluss dort zu bleiben.
Nun ja... Alles wird ja irgendwo seinen Ursprung haben... Nicht wahr?!

Bis bald mal wieder
~mad psychologists

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