Spiegelseele

Über das Leben einer multiplen Persönlichkeit (kontakt.spiegelseele@gmail.com)
Sonntag, 25. September 2016
Anmerkung
Erstmal möchte ich erwähnen, dass ich jetzt unter anderem wegen technischer Probleme unter diesem Namen weiterschreibe.

Eigentlich möchte ich aber eine Anmerkung, zum eben geschriebenen Beitrag machen, nachdem ich ihn jetzt mehrmals bearbeitet habe.
Was ich schreibe, hat nur kurz Richtigkeit. Meine Stimmung und Meinung ist in sich so geteilt, dass ich schon nach wenigen Minuten etwas geraderücken möchte, was ich eben noch geschrieben habe, etwas hinzufügen, oder wegnehmen, was gerade noch (nicht) aktuell war.
Ich weiß nicht, was mir das sagen soll, ich weiß nur, dass mein Kopf voller Nebel und meine Selbstwahrnehmung unzuverlässig ist. Und dass ich den letzten Beitrag nicht stehenlassen kann, ohne das erwähnt zu haben.

Und dass ich froh bin, wenigstens nicht selbst multipel zu sein und mich nicht nur mit mir selbst einigen zu müssen, was hier stehen gelassen wird, und was nicht.

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Bestandsaufnahme
Heyy :)
In den drei Monaten, die wir offline waren, hat sich einiges verändert...

Zum einen ist July nach ihrem Psychatrieaufenthalt mangels einer Beschulungsmöglichkeit in unserer Umgebung in eine Wohngruppe, die mit einer speziellen Schule gekoppelt ist, gezogen, ein ganzes Stück entfernt von hier...
Nach 6-wöchiger Kontaktsperre dürfen wir sie jetzt einmal im Monat für vorerst etwa vier Stunden besuchen, sie darf ein Wochenende im Monat hier verbringen und wir können einmal die Woche mit ihr telefonieren.
Ihr geht es dort mäßig gut, was weniger mit der Einrichtung zutun hat, als mit der Situation, die halt sehr schwierig für sie ist.
Sie sagt es sei ganz schön dort, nur der Gedanke, dort längerfristig zu wohnen macht sie fertig...

Der Truppe geht es gerade nicht gut. Sie sind depressiv, kraftlos, switchen mehr und kriegen ihren Alltag nur schwer hin.
Was genau bei ihnen los ist später, denn ich weiß nicht genau, wie viel sie davon hier schreiben möchten.

Mir gehts nicht so gut grade, hab wieder verstärkte Selbstverletzungstendenzen bzw -gedanken, bin bis jetzt halbwegs "clean" geblieben, weiß aber echt nicht ob ich das durchhalte.
Was für mich zwar nicht direkt neu ist, aber neu in dieser Intensität ist nicht nur das Bedürfnis sondern richtiggehend der Drang mir den Finger in den Hals zu stecken, wenn ich etwas gegessen habe.
Ein Teil von mir scheint der Meinung zu sein, dass ich (nur dann) etwas wert wäre, wenn ich leichter wäre.
So sei ich untragbar, weil viel zu schwer, um gehalten bzw ausgehalten zu werden.
Statt mich mit sowas zu beschäftigen gäbe es im Moment wirklich genug zu tun, Hausaufgaben, Abivorbereitung, Haushaltshilfe für meine Mama, ne Notenaufbesserung für die Truppe und mich, Hilfe für eine alte Dame aus der Nachbarschaft, deren Hund ich versorge, unseren eigenen Hund, FSJ-Suche für nächstes Jahr... Aber dafür reicht die Kraft nicht immer.
Wenn doch kann ich ganz wunderbar "funktionieren", ich laufe, solange es etwas zu tun gibt, solange andere davon abhängig sind, dass etwas erledigt wird.
Nur mein Kopf, er ist viel zu laut um Ruhe vor mir zu haben, wenn ich nichts tue.
Aber all das ist nur eine Momentaufnahme von mir. Es gibt genug gute Momente in denen es anders ist. Es fällt nur grade manchmal schwer, sie festzuhalten.

Soweit erstmal, später mehr...

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