Spiegelseele

Über das Leben einer multiplen Persönlichkeit (kontakt.spiegelseele@gmail.com)
Donnerstag, 21. Januar 2016
Trigger in der Schule
Im Moment häufen sich die Trigger in der Schule, habe ich das Gefühl...
Natürlich kann man die nicht gänzlich vermeiden, jedes Wort jeder Geruch, jede Geste kann Erinnerungen auslösen, und präventiv alle eventuellen Trigger zu vermeiden erwarte und verlange ich ja gar nicht.
Einiges ist jedoch absehbar finde ich...
Und es wäre einfach manchmal schön, wenn da dann die Möglichkeit geboten würde, diese zu umgehen...
Oder einem für diesen Versuch zumindest Verständnis entgegengenbracht würde.

Neulich habe ich gelesen, dass mindestens 85% der Frauen bis zur Vollendung ihres 18. Lebensjahrs bereits einen oder mehrere s*xuelle Übergriffe erlebt haben. Die Zahl der Männer habe ich nicht mehr im Kopf...
Wie unwahrscheinlich ist es also, dass unter ca. 45 Jugendlichen mind. eine/r auf ein solches Thema anspringt?

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(***Trigger***)

So geht es im Moment z.B. In PGW um die Vorkommnisse der Silvesternacht, die detailiert ausgeführt und im Anschluss daran - leider sehr ignorant, gefühlskalt und absolut respektlos - diskutiert, oder besser: auseinandergepflückt werden.
Beschäftigung und Diskussion solcher Themen finde ich zwar grundsätzlich gut, aber in einem respektvollen Rahmen! Und dieser wird hier nicht gesetzt.

In Philosophie wurde wieder ein Film gesehen, indem eine (versuchte?) V*rgew*ltigung gezeigt wird.
Im letzten Film waren M*ssbrauchssituationen zu sehen, welche die meisten Mitschüler/innen aber nicht zuordnen konnten, bzw übersehen haben... Allein das schon erschreckend, da es doch sehr offensichtlich war.
Danach wurde dann Nietzsche so interpretiert, dass alles, was jemand der stärker ist tut, gut ist.
Demnach ist jeder Übergriff aus egoistischen, triebhaften Gründen nicht nur vertretbar sondern "gut" weil der Mensch bloß tut was ihm naturgegeben ist.
So die Meinung der Mitschüler. Fanden sie gut.

Die Sportlehrerin fand, ein Mädchen (nennen wir sie K.) welches Übergriffe durch einen ehemaligem Mitschüler erlitten hat, sei selbstverständlich in der Lage, an der Schule, welche er nun besucht, an einem Sportangebot teilzunehmen.
Flashbacks, Panik und Zusammenbrüche ließ sie genauso wenig gelten wie ein letztendlich erwirkten rückwirkendem Attest und verschiedene angebotene Ersatzleistungen wies sie zurück.
Da brauchte K dann tatsächlich erst die Unterstützung durch eine Ärztin, eine Lehrerin, der Truppe und mir, damit die Sportlehrerin zumindest nicht dafür sorgte, dass sie nicht versetzt werden konnte.

Danach von einer Mitschülerin erzählt bekommen, dass einem eigentlich in jeder Situation geholfen wird.
Dass der Großteil der Menschen nicht wegschaut.
Ein schreiendes Kind wird gerettet, wer weint getröstet, wer Nein sagt in Ruhe gelassen...
Eine schöne Vorstellung.
Im gleichen Atemzug triggert besagte Mitschülerin aber BEWUSST (denn mit der gleichen Erzählung hatte sie schon einmal das gleiche Mädchen in einen Flash geschubst und dies auch mitbekommen) K., die daneben saß.

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Das so wenig Rücksicht genommen wird, selbst wenn man darum bittet oder diese einfordert ist traurig finde ich.
Ich bin müde davon, immer wieder die gleichen Leute zu ignorieren weil sie nicht auf Bitten reagieren und nicht sehen, wie schwer auszuhalten das ist, was sie zu erzählen oder kommentieren haben...
Und es macht mich wütend dass einem so viel Ignoranz, Gleichgültigkeit und Verständnislosigkeit entgegenschlägt und so viel Gefühlskälte und Respektlosigkeit an den Tag gelegt wird.

Nun auch endgültig verständnislos
~Lia.Mi

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